Termine

Fr Dez 13 @19:00 - 22:00
Vorstandsitzung
Mo Dez 16 @19:00 - 22:00
Jung- und Neuimker - Gesprächsrunde
Mo Jan 06 @19:00 - 22:00
Imker Gesprächsrunde

Honigbiene im AnflugUm das Überleben der Honigbienen kümmert sich der Imker. Der mit Abstand größte Feind der Honigbiene ist die Varroamilbe. Diese schwächt und infiziert die Biene mit Krankheitskeimen, so dass die Überlebensfähigkeit des Volkes bedroht wird. Andere Bienenkrankheiten treten dadurch in den Hintergrund. Ohne das Gegensteuern des Imkers hätten die Honigbienen in Europa keine Überlebenschance und würden nach ca. zwei Jahren verschwunden sein. Trotz der imkerlichen Fürsorge sterben jährlich deutschlandweit ca. 15% der Bienenvölker. Der Bestand kann jedoch durch Neuvölkerbildung erhalten werden.
Kritisch ist es für die Wildbienen und alle anderen Insekten. Ehemals gab es ca. 560 verschiedene Arten bei uns. Davon sind fast die Hälfte gefährdet oder vom Aussterben bedroht.
Die Biomasse aller Insekten ist in 27 Jahren um 75% gesunken. (BUND) Das ist dramatisch! Die Nahrungskette ist schon am abreißen.
Da in unserer Umwelt alles zusammen hängt, sind als nächstes unsere Vögel betroffenen. So kann das, was die Natur automatisch regelt, bis zum Nachteil für den Menschen führen. Die Alarmglocken sollten läuten, wenn man liest, dass in Teilen Chinas die Obstblüten schon von Menschen mit Pinseln bestäubt werden müssen. Wir sollten alles tun, dass es bei uns nicht so weit kommt.


Ein Hauptgrund dürfte darin liegen, dass immer mehr Wildblumenarten verschwinden. Bunte Ackerrandstreifen haben mittlerweile Seltenheitswert. Schmälere Feldwege, steinerne Vorgärten, zu früh gemäht Wiesen und Straßenränder, zugedeckte Friedhofsgräber, übermäßiger Einsatz von Pestiziden und Herbiziden vernichten die Lebensgrundlage der wild lebenden Bienen. Aber nicht nur diese sind betroffen, sondern auch Hummeln, Schmetterlinge, Falter, Käfer, -ja, alle Arten von Insekten.

Die Politik, alle gesellschaftlichen Gruppen und jede Privatperson sollten schnellstens aktiv werden, um diese negative Entwicklung aufzuhalten und rückgängig zu machen! Es ist schon zu spät, um schön zu reden und zu taktieren (CO2-Zertifikate).
Die Politik muss über gesetzliche Steuerung die Klimaerwärmung stoppen. Was nutzt es, wenn wir Elektroautos fahren und Biokraftstoff benutzen, wenn dies anderswo zu Umweltzerstörung und Armut führt. Subventionen müssen gekoppelt sein an Umweltverträglichkeit, Tierwohl, Ökolandbau. Da jetzt beschlossene Klimapakt verdient seinen Namen nicht, da es niemandem wehtuen will.
Die Industrie bewegt sich zwischen Gesetzgebung und Verbrauchern. Da sie gewinnorientiert handelt, wird sie sich wohl kaum verändern. Evt. nur bei der Überarbeitung von Produktionsmethoden, wenn es nicht zu teuer wird.
Die Kommune sollte bei der Pflege öffentlichen Grüns so spät wie möglich mähen, damit die Blumen blühen können. Landschaftsversiegelung sollte so gering wie möglich gehalten werden.
Wildbiene auf PollenDie Landwirtschaft sollte sich mehr Richtung Bio ausrichten. So würden weniger Giftstoffe benötigt und das Tierwohl gefördert. Vermeidung von Futtermittel-Einfuhren aus Übersee. Die Böden sind meist schon so ausgelaugt, dass Ackerbau nur noch mit Kunstdünger möglich ist; mit allen Nachteilen fürs Grundwasser. Je mehr Humusanteil im Boden ist, desto weniger muss gedünkt werden.
Positiv ist zu bewerten, dass es inzwischen viele Felder mit angelegten Blühstreifen gibt.
Jede Privatperson sollte das eigene Verhalten kritisch hinterfragen: muss ich in den Urlaub fliegen, brauche ich so ein dickes Auto, muss ich jeden Meter mit dem Auto fahren, muss ich so viel Fleisch essen, kann ich nicht beim lokalen Erzeuger einkaufen?
Der Schönheitsgedanke im eigenen Garten sollte sich verändern: nicht der kurz geschnittene Rasen nützt den Insekten, sondern Blühwiesen mit einer großen Artenvielfalt. Insekten brauchen Blühpflanzen mit Nektar- und Pollenangebot. Dabei sollten Pflanzen, die als F1-Hybrid gezüchtet wurden, vermieden werden.

Wir sollten bedenken, dass, wenn jeder Mensch auf der Erde in gleichem Wohlstand wie wir leben würde, der Planet uns nicht mehr ernähren könnte. Unser immenser ökologischer Fußabdruck ist einfach zu groß, als dass er wieder von alleine verschwindet. Was antworten wir unseren Enkeln auf die Frage: was hast du dafür getan, damit meine Umwelt in Ordnung geblieben wäre?
Die Freitagsdemonstrationen unserer Kinder sollten ernst genommen werden, denn die Umweltzerstörung schreitet schneller voran, als die Politik gegensteuert.
Das Insektensterben ist für das Überleben der Menschheit vielleicht sogar kritischer als der Klimawandel. Wir brauchen funktionierende Ökosysteme - sie sind die Grundlage unseres Lebens!
Man kann ja viel reden und andere kritisieren. Aber selber tun überzeugt am ehesten: Ich mache keine Flugreisen mehr, esse nur noch zweimal die Woche Fleisch, bewege mich Innerorts nur zu Fuß oder mit dem Rad und versuche möglichst energiesparend meinen Alltag zu meistern.

Der Bienenzuchtverein Roßdorf und Umgebung e.V. hat sich per Satzung auch dem Umweltschutz verschrieben. So hat er auf seinem Außengelände Zierpflanzen und Beerensträucher angelegt. Auf der Wiese wurde zwischen den Obstbäumen breite Blühstreifen angelegt. Diese sind ein Refugium für Wildbienen und alle Insekten. In der Hütte des Lehrbienenstandes finden Schulungen und Vorführungen statt. Diese wenden sich besonders an Kindergartengruppen, Schulklassen und Erwachsenengruppen. Nicht nur das Leben der Bienen und der Imkerei wird den Teilnehmern nahegebracht, sondern auch der Zusammenhang mit Natur und den Umwelteinflüssen.

Manfred Maiwald