Biene besucht Blüte am Tag der Offene Tür beim Bienenzuchtverein RoßdorfWie jedes Jahr zeigten die Imker vom Bienen­zucht­verein Roßdorf und Umgebung, was an ihrem Lehrbienenstand alles gemacht wird. Neu in diesem Jahr war die Vorstellung einer sog. Klotz­beute. Diese soll die Bienen­wohnung nach­bilden, die den Bienen Jahr­millionen vorher als Behausung diente: nämlich einen hohlen Baum­stamm. Die Imker wollen die Ent­wicklung eines Schwarmes, der in diese Behausung ein­gezogen ist, beobachten. Der hintere Teil der Höhle ist verglast, so dass eine ungestörte Beobachtung möglich ist. Die Bienen sollen darin ihre Waben bauen, wie sie wollen; ohne dass der Imker ihnen eine Vorgabe macht wie in den üblichen Beuten. Den Honig will man nicht entnehmen, jedoch wird eine Behandlung gegen die Varroa-Milbe unumgänglich sein, um das Über­leben des Volkes im Winter zu sichern.

Viele Gespräche gab mit den Besuchern über das Leben der Biene, die Imkerei, das Bienen­sterben, die Wild­bienen, das Insekten­sterben und dessen Ursachen und vieles mehr.
Die Imkerin Gisela Anders mit ihrer Enkelin Merit führten vor, wie man Wachstücher herstellt. Diese waren die Vorläufer von Alu- und Kunststofffolie zur Haltbarmachung von Speisen. Sie sind immer wieder verwendbar können gereinigt und neu aufgebügelt werden. Auf jeden Fall sind sie ein Beitrag zur Müllvermeidung!
Natürlich wurde auch die Honigernte und das Schleudern demonstriert. Das ist für die Kinder immer wieder faszinierend, zumal sie mithelfen durften und die Schleuder drehen. Aber auch die Eltern und Großeltern hatten leuchtende Augen.
Das Feld der durchwachsenen Silphie steht in voller Pracht da und ist kurz vor dem Blühen. Der Wunsch der Imker ist es immer noch, dass die Maisanbauer auf diese Pflanze umsteigen, die fast so viel Biogasertrag erbringt wie der Mais, nicht gespritzt werden muss, nicht neu eingesät werden muss und genauso geerntet wird wie der Mais. Trockenheit mach ihr fast nichts aus, da die Wurzeln bis zu 2m Tiefe reichen. Auch wird so Bodenerosion verhindert, da die Silphie über 10 Jahre auf dem Feld bleiben kann und sich immer wieder neu aussät.
Bemerkenswert war das Interesse an der Mitgliedschaft im Verein. Einige haben schon Bienen, möchten aber auf die Unterstützung des Vereins zurückgreifen. Diese sieht so aus, dass in monatlichen Gesprächsrunden über die zeitlich notwendigen Arbeiten am Volk gesprochen wird und alle Fragen diskutiert und von Fachleuten beantwortet werden. Für Neuimker finden sog. Praxistermine statt, wo unter Aufsicht eines erfahrenen Imkers die Arbeiten am eigenen Volk durchgeführt werden.
Positiv bewertet wurde auch die Informationsarbeit bei Kindergarten- und Schulgruppen. So sehen sie die Biene nicht nur als stechendes Insekt, sondern staunen über die Lebensart dieses Organismus und werden für das Thema sensibilisiert.