Den Winter 2015/2016 haben wir ohne Verluste gut überstanden, die Zucht- und Schulungsvölker konnten wir alle im guten Zustand auswintern. Zum Glück wurden wir im Frühjahr von "Besuchen" krimineller Elemente verschont, und wir haben keine Verluste durch Diebstahl erleiden müssen. 

Die aktuellen Zuchtlinien

Unsere Zuchtköniginnen, die in diesem Jahr zur Vermehrung im Verein verwendet werden, haben stark ausgewintert und entwickelten sich im Frühjahr zu prächtigen Völkern.
Die Reinzuchtkönigin von Zander war schon über 3 Jahre alt und stand für eine Vermehrung nicht mehr zur Verfügung. Im Jahr zuvor hatten wir sehr viele Töchter von Ihr nachgezogen, so dass ihre sehr guten Eigenschaften von tausenden von Drohnen aus grob geschätzt 200 Völkern in der Umgebung bei der Standbegattung am Bienenzuchtverein weitervererbt werden können. Von verschieden AGT-Linien hatten wir von Seiten der aktiven Züchter und Vermehrer 2015 etliche standbegatte F1-Nachzuchten eingeweiselt, die nun ebenfalls als Drohnenspender zur Verfügung stehen. Wir reden hier von einer Größenordnung von etwa 250 Völkern. Dazu kam noch eine große Anzahl von Volkern mit nunmehr 2-jährigen F1-Töchtern aus reinen Carnica-Linien von der Königinnen-Vermehrung 2014.

Mit sicherlich deutlich über 500 Völkern, die alle Drohnen mit absolut erstklassigen Erbanlagen heranziehen und die in der näheren und mittleren Umgebung des BZV-Roßdorf stehen, konnten wir wieder eine befriedigende Versorgung mit reinrassigen Carnica-Drohnen erreichen. Da jeder Drohn genetisch gesehen die Erbanlagen seiner Großmutter mitbringt (Drohnen entwickeln sich nur aus unbefruchteten Eiern!), und diese Großmütter allesamt ausgesuchte und geprüfte Spitzenköniginnen waren, erwarteten wir wieder ein gutes Ergebnis bei der Standbegattung. Um dies zu unterstützen haben Arnold und Markus von ausgesuchten Königinnen (F1-Töchter) nicht alle Drohnenrahmen geschnitten, sondern meistens 1 Satz komplett schlüpfen lassen, was zu einer hohen Anzahl von Drohnen in den betreffenden Völkern geführt hat.

Zwei Königinnen aus einer Kirchhainer AGT-Linie, die Markus Amann 2015 auf Norderney begatten ließ, werden in diesem Jahr zur Vermehrung im Verein verwendet. Somit konnten wir für die Vermehrung wieder sehr gute Bienenköniginnen aus leistungsgeprüften Spitzenlinien der hessischen Carnica-Zucht im Verein zur Verfügung stellen.

Vermehrungszucht

Von unseren Zuchtköniginnen und Lehrbienenvölkern haben wir im letzten Jahr an unsere Mitglieder abgegeben:
  • circa 200 Edel-Larven
  • 144 schlupfreife Königinnen-Zellen
  • 48 begattete Königinnen
  • 12 Ableger
  • etwa 80 Ableger wurden von Mitgliedern zum Lehrbienenstand zur Standbegattung gebracht

AGT - Arbeitsgemeinschaft Toleranzzucht

Hier haben wir unsere ursprünglichen Ziele stark erweitert. Mit Unterstützung des Vereins und der Mitglieder konnten wír 2 komplette Reinzuchtlinien mit je 12 Prüfvölkern begründen. Mit beiden Linien nehmen wir am Ringtausch der AGT-Züchter teil. Weitere Informationen findet ihr in dem Artikel "Die Arbeit der Zuchtgruppe des BZV Roßdorf 2017".

Fortbildung

Arnold Schölkens hat am 5-tägigen Besamungs-Lehrgang am Bieneninstitut in Kirchhain teilgenommen, im Anschluss daran haben wir in der Zuchtgruppe des  BZV zur Übung eine Reihe von Königinnen instrumentell besamt und zur Überwinterung in Jungvölker eingeweiselt. Ein Nachteil ergab sich hier eindeutig aus der 2-monatigen vollständigen Trockenheit im Sommer und dem damit verbundenen Trachtausfall. Die Drohnen wurden in den Bienenvölkern deshalb nur schlecht oder gar nicht gepflegt und wir konnten die Aufnahme von Sperma zur Besamung nur unter großen Schwierigkeiten vornehmen. Die Auswinterungsergebnisse werden nicht besonders gut sein, da die Qualität der Drohnen durch die Mangelversorgung stark vermindert war.
Bei den AGT-Praxistagen haben wir teilgenommen und auch die Teilnahme am Besuchertag in Kirchhain hat viele detaillierte Informationen zur praktischen Arbeit in der AGT und bei der Toleranzzucht gebracht.